Bei Blunk im Praxistest: E-LKW Mercedes Benz eActros 600
Blunk Dienstleister Agrar und Umwelt testete im Januar einen E-LKW von Mercedes-Benz auf seine Praxistauglichkeit im realen Transport-Alltag. Hier nun ein Bericht der Erfahrungen.
Test im Transport-Verkehr: E-LKW MB eActros 600
Als Familienunternehmen sind wir ständig auf der Suche nach modernen neuen Verfahren und nachhaltigerer Technik für unsere Kunden.
Vierzehn Tage im Verlade- und Umfuhr-Betrieb
Nach dem letzten Praxistest mit einem E-Radlader nahmen wir daher jetzt einen E-LKW auf den Prüfstand. Für den vierzehntägigen Test im normalen Betrieb stellte uns die Firma Süverkrüp einen eActros 600 von Mercedes-Benz zur Verfügung.
Sattelzugmaschine im täglichen Transport-Einsatz
Der elektrisch angetriebene Sattelzugmaschine war u.a. mehrmals täglich zwischen Kiel und Hamburg im Transport von Schüttgütern und Flüssigstoffen sowie auch in der Gülle-Umfuhr unterwegs.
Technik im Überblick
E-LKW eActros 600
- Reichweite: bis 500 km
- Batterie: ca. 621 kWh, 3 Pakete, LFP
- eAchse: 400 kW Dauer, 600 kW Spitze
- Laden CCS2: Hochleistungsladen, Vorbereitung MCS
- Batterielebensdauer: bis 1.200.000 km
- Achskonfigurationen: 4×2, 6×2
- Zuggesamtgewicht (ZGG): bis 44 t (EU)
- Rekuperation: mehrstufig, integrierte Retarderfunktion
- CO₂‑Reduktion: bis 80% vs. Diesel (bei Ökostrom)
( lt. mercedes-benz-trucks.com,
Stand 9.2.26)
Rückmeldung nach ersten Test-Einsätzen
Sebastian Rohweder, Fachberater Umwelt, teilt seinen Eindruck nach dem ersten Tag der Testphase:
„Ein erkennbares Plus ist schon mal, dass diese Sattelzugmaschine mit einem Nebenantrieb ausgestattet und kann somit von uns auch für Tankauflieger und Kippmulden eingesetzt werden.
Mein erster Eindruck ist positiv, die Alltagstauglichkeit werden wir jetzt genau beobachten.“
Eindrücke vom E-LKW
direkt aus der Fahrerkabine
Ein direktes Feedback seiner Erfahrungen mit Elektro-LKW im Test gab Manuel Capilluto, Fahrer im Blunk-Team. Hier seine persönliche Einschätzung:
„Ich fand es super, diesen E-LKW auf Herz und Nieren testen zu dürfen. Insgesamt bin ich sieben Tage mit dem Sattelschlepper in meinen Einsätzen unterwegs gewesen.“
Schlagkraft kann im Vergleich bestehen
„Die E-Zugmaschine hat unfassbar viel Kraft,“ lobt unser Kollege. „Selbst bei 42 Tonnen Gesamtgewicht ist kein Unterschied im Fahrhalten oder bei der Beschleunigung zu bemerken.
Überrascht hat mich auch die Schlagkraft der Hydraulikpumpe: Damit ging die Be- und Entladung im Schnitt sogar 5-6 Minuten schneller als mit einem Diesel-LKW. Und natürlich die Lautstärke: Der E-LKW ist unglaublich leise!“
Verbesserungspotential bei Reichweiten-Berechnung
Der erfahrene Fahrer fügt an: „Verbessern sollte sich aber unbedingt die Reichweiten-Berechnung. Die erfolgt im Moment immer auf Basis des aktuellen Ladestandes des Sattelaufliegers. Da war ich als Fahrer in einem Dauer-Überwachungsmodus.
Wenn ich z.B. noch voll beladen war, konnte ich nicht einfach anzeigen lassen, ob ich mit der Maschine im entladenen Zustand noch bis zurück komme – und ggf. sogar noch eine 2. Tour hin und zurück schaffen könnte.
So hatte ich ständig die Sorge um die Reichweite im Hinterkopf, vor allem, wenn ich den Energieverbrauch für das Be- und Entladen und jetzt im Winter auch noch z.B. der Heizung berücksichtigen musste. Dafür sollte unbedingt noch eine Lösung geschaffen werden.“
Erfahrungen der Einsatzleitung
„Jetzt, nach Abschluss unseres eigenen Praxis-Tests,“ so Jan Malte Kubicek, Umwelt-Einsatzleiter am Blunk-Standort Rendswühren, „können wir die Einsatzfähigkeit Elektro-LKW, genauer des E 600 von Mercedes Benz, in einem Betrieb wie Blunk besser einschätzen.“
Noch zu verbessern: Ladelösung
Der Kollege fasst seine Beobachtungen zusammen:
„Insgesamt wird der Elektro-LKW von uns positiv bewertet. Die Akkukapazität ist für einen regulären Arbeitstag mit Standard-Einsätzen weitestgehend ausreichend. Für einen Dauerbetrieb wäre jedoch eine alternative Ladelösung erforderlich, da aktuell zum Laden der Auflieger abgesattelt werden muss.“
Weniger Nutzlast einkalkulieren
J.-M. Kubicek ergänzt: „Das Leergewicht mit Tankauflieger von 19,81 t liegt 5,2 t über dem eines herkömmlichen Diesel-LKW. In Verbindung mit dem erhöhten zulässigen Gesamtgewicht von 42 t sind das noch 3,2 t weniger Nutzlast. Ein höheres Leergewicht bei weniger Nutzlast bedeuten mehr Fahrten. Beides muss man bei der Planung der Einsätze – und entsprechend in der Kalkulation einrechnen!“
Fazit der Geschäftsführung
Nach Rückgabe des E-LKW im Test zieht Jochen Blunk für die Geschftsführung ein Fazit:
„So einen modernen E-LKW wie den eActros 600 einmal hier im Voll-Betrieb mitfahren lassen zu können. Vielen Dank, Firma Süverkrüp!
Der Praxistest war für uns sehr erkenntnisreich. Es ist erstaunlich, was sich bei Antrieb und Batterieleistung inzwischen auch bei den schweren Maschinen getan hat und wie die E-Fahrzeuge immer mehr aufholen im Wettbewerb der Antriebstechniken.
Hier lohnt es sich, die Entwicklungen weiter genau im Auge zu behalten.“






