Insidertag 2026: Landwirtschaft zwischen Markt und Auflagen
Rund 450 Landwirte, Lohnunternehmer, Landmaschinen-Hersteller, Händler und Zulieferer von nah und fern diskutierten auf dem Insidertag 2026 die Zukunft einer Landwirtschaft zwischen Markt und Auflagen.
Blunk begrüßt die Gäste des Insidertages 2026
Den Blunk-Insidertag 2026 eröffnete – stellvertretend für die Familie Blunk und das ganze Blunk-Team – Jochen Blunk mit der Begrüßung und besonderen Wertschätzung der Anwesenden. Denn rund 450 Interessierte waren trotz Schnee und Eis am 28. Januar aus ganz Deutschland zum Insidertag von Blunk angereist.
Einen Dank richtete der Geschäftsführer der Blunk-Gruppe sodann an die geladenen Gäste und Referenten, darunter Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg, Ludwig Striewe (Geschäftsführer bei BAT Agrar), Peter Carsten Ehlers (Vorstand Getreide AG) und Klaus-Peter Lucht (Präsident Bauernverband SH).
Landwirtschaft zwischen Markt und Auflagen
Einführend umriss Jochen Blunk das zentrale Themenfeld Landwirtschaft zwischen Markt und Auflagen:
In den letzten Jahren standen Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion und ökologische Aspekte im Mittelpunkt, doch in diesem Jahr wurde ein Ungleichgewicht auf den Märkten deutlich.
Jetzt gehe es darum, einen Wiedereinstieg in ausgewogenere Marktverhältnisse zu finden. Dazu sollte auf dem diesjährigen Insidertag die Bedeutung der Märkte und Agrarpolitik sowie zukünftiger Investitionen beleuchtet werden, so der Geschäftsführer Jochen Blunk.
Vor der geplanten Podiumsdiskussion beleuchteten dazu zunächst unsere Gastredner das Themenfeld unter verschiedenen Aspekten. Der Fokus der Beiträge lag entsprechend auf aktuellen politischen Rahmenbedingungen, Marktanalysen und der zukünftigen Ausrichtung der Landwirtschaft.
Grußwort
Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg, S-H
Die Ministerin hob die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft hervor, insbesondere die Versorgungssicherheit und die Systemrelevanz der Branche.
Sie betonte die Notwendigkeit, Landwirtschaft als verantwortungsvollen Partner zu sehen, der nicht nur Lebensmittel produziert, sondern auch erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Biogasanlagen nutzt sowie gesellschaftliches Engagement zeigt. Schmachtenberg unterstrich, dass Landwirtschaft und Umweltschutz keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig bedingen, etwa im Kampf gegen den Klimawandel.
Die Ministerin forderte auf, die Kommunikation zwischen Politik und Landwirten zu verbessern, klare, realistische Ziele zu setzen und initiativ auf gemeinsame Lösungen zu setzen.
Gastvortrag
Ludwig Striewe, Geschäftsführer BAT Agrar
Striewe präsentierte eine umfassende Marktanalyse. Er erläuterte die Abhängigkeit der Getreidepreise von verschiedenen globalen Faktoren und zeigte, dass die aktuell niedrigen Preise durch
- das Überangebot an weltweitem Getreide,
- fehlende Endbestände in den wichtigsten Exportländern sowie
- die Entwicklung der Währungsparitäten zwischen Euro und Dollar
bestimmt sind. Die großen Erntemengen in den USA, Kanada, Australien und Argentinien führten zu einer Preisrückentwicklung, obwohl die Nachfrage stetig wächst.
Aufgrund weltweiter Ernteüberproduktion und geopolitischer Unsicherheiten sei kein zuverlässiger Blick in die Zukunft möglich. Er warnte vor volatilen Märkten und riet zu kontinuierlicher Vermarktung.
Gastvortrag
Carsten Ehlers, Vorstand Getreide AG
Ehlers betonte die Wichtigkeit der intensiven und produktiven Landwirtschaft in Deutschland. Er warb für eine nachhaltige, kostenbewusste Betriebsführung, plädierte er für kontinuierliches Kostenmanagement im Vertrieb und die Nutzung moderner Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Der Geschäftsführer der Getreide AG plädierte für eine Biomasse-Strategie, die das Potenzial der Kreislaufwirtschaft in der Landwirtschaft nutzt.
Übergabe der neuen Fendt-Schlepper an Familie Blunk
Im Anschluss an die interessanten und sehr gehaltvollen Vorträge von Ludwig Striewe und Peter Carsten Ehlers erfolgte die traditionelle feierliche Übergabe der neuen Fendt-Schlepper für die Saison 2026 durch Vertreter von Fendt, der Händler und der Finanzierer.
Im Bild (v. li.): Carsten und Stefan Schröder (Heinrich Schröder Landmaschinen KG), Thomas Wilmsmann (AGCO), Jogi Blunk (GF Blunk-Gruppe), Carlo Termühlen (Baltic Agrar), Jochen Blunk (GF Blunk-Gruppe) vor Fendt-Schlepper „Jogi 432“
Podiumsdiskussion mit Agrar-Experten
aus Wirtschaft & Politik
Für die sich anschließende Podiumsdiskussion übergab Jochen Blunk das Mikrophon an Johann David Bendix Reimer (Johann & Bendix).
Inspriert von den Fragen des Moderators entspann sich ein spannender Austausch über Agrar-Politik, internationale Märkte, Preisentwicklungen und Handlungsstrategien mit
- Cornelia Schmachtenberg (Landwirtschaftsministerin S-H),
- Ludwig Striewe (Geschäftsführer bei BAT Agrar),
- Peter Carsten Ehlers (Vorstand Getreide AG) und
- Klaus-Peter Lucht (Präsident Bauernverband SH).
Kernpunkte der Diskussion
Die Diskussionsteilnehmer betonten u.a. die Bedeutung von Planungssicherheit, Innovation, professioneller Marktbearbeitung und der Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen, um die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland nachhaltig und wettbewerbsfähig zu gestalten.
Einige Kernpunkte der Podiumsdiskussion haben wir hier für Sie zusammengefasst:
Bewertung der aktuellen Wirtschaftlichkeit und Preisentwicklung in der Landwirtschaft
- Die aktuellen Marktbedingungen mit geopolitischen Entwicklungen und Überversorgung führen zu niedrigen Preisen und stellen die Wirtschaftlichkeit der Betriebe vor große Herausforderungen.
- Starke Preisschwankungen und die große Bedeutung der Wetterentwicklung prägen die Ertragssituation; aktuell werden die Preise als etwa im historischen Durchschnitt liegend eingeschätzt.
- Hohe Markt- und Lagerbestände gehen mit niedrigen Preisen einher und verschlechtern die wirtschaftliche Lage der Landwirte.
- Die Märkte gelten als volatil, im globalen Vergleich jedoch grundsätzlich als stabil, werden aber von möglichen Risikoereignissen überschattet.
- Spekulatives Warten auf Spitzenpreise wird kritisch gesehen; vor spekulativen Fallen wird gewarnt.
Nötige politische Rahmenbedingungen für eine wirtschaftlich stabilere und nachhaltigere Landwirtschaft
- Stärkere Unterstützung der Marktpreise durch gezielte und verlässliche politische Maßnahmen sowie klare Gesetzgebung für Planungssicherheit
- Reduzierung von Überregulierung, mehr Flexibilität und weniger Bürokratie, damit Innovation und Effizienz nicht behindert werden
- Abbau von Bürokratie und Schaffung stabiler politischer Rahmenbedingungen, verbunden mit höherer Wertschätzung für Landwirte zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
- Klare und schnelle politische Entscheidungen, stärkere Zusammenarbeit mit Agrarverbänden und Vermeidung von Überregulierung, damit der notwendige Strukturwandel nicht behindert wird
Erwartungen der (deutschen) Landwirtschaft an die EU Agrar-Politik
- Gerechte Wettbewerbsfähigkeit durch ein eigenes Budget und faire Marktbedingungen, bei gleichzeitiger Durchsetzung hoher Standards auf dem Weltmarkt
- Erhalt der EU Agrar-Politik für Stabilität und Binnenmarkt, zugleich aber Anpassung zu hoher deutscher Standards und mehr Freiheiten innerhalb der EU-Regelungen
- Festhalten an EU-Standards bei gleichzeitiger Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft, auch im Export, durch gezielte Maßnahmen
- Gemeinsame Umsetzung europäischer und nationaler Richtlinien mit der Landwirtschaft, verbunden mit mehr Flexibilität bei der Regulierung und stärkerer politischer Unterstützung des Strukturwandels
Möglichkeiten der Einflussnahme der Landwirte auf ihre Wettbewerbsfähigkeit
- Proaktives Markthandeln und aktive Teilnahme am Markt
- Kontinuierliche, strategische und flexible Vermarktung mit regelmäßigen, disziplinierten Vermarktungsschritten
- Eigene Kostenstruktur kennen, Kosten kontrollieren und Preisziele setzen
- Strategische Produktionsplanung, orientiert an Marktanforderungen
- Nutzung von Innovationen und moderner Technik, um Wandel und Wettbewerbsfähigkeit zu gestalten
- Fokus auf Qualität, um sich im Markt selbstbewusst zu positionieren
- Zusammenarbeit der Landwirte, um gemeinsam auf Marktveränderungen und Preisschwankungen zu reagieren
- Eigene Innovationskraft nutzen, statt sich auf Glück zu verlassen
Handlungsoptionen der Landwirte / der Branche, um die eigenen Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben
- Professionelle Vermarktung als Instrument, um bessere Erlöse zu erzielen und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken
- Kontinuierlicher, strategischer Vertrieb statt punktueller Verkäufe
- Diszipliniertes Handeln bei der Vermarktung, z.B. durch klare Verkaufsstrategien
- Regelmäßiger Verkauf, um auf Preisentwicklungen reagieren zu können
- Kostenkontrolle als zentrales Element, um wettbewerbsfähig zu bleiben
- Steigerung der Effizienz in Anbau und Ernte, um Kosten pro Einheit zu senken
- Kosteneffiziente Produktion insgesamt als Ziel
- Bewusstes Kostenmanagement und Kostenbewusstsein im Betrieb
- Nutzung von Innovationen und moderner Technik zur Kostensenkung
- Einsatz moderner Technik und Prozesse, um Erträge zu steigern
- Berücksichtigung niedriger Umweltempfindlichkeiten bei Ertragssteigerungen
- Investitionen in moderne Technik und Prozesse zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
Wie kann Landwirtschaft ökologisch und gleichzeitig wirtschaftlich nachhaltig sein?
- Durch Innovationen und technologische Weiterentwicklung, insbesondere präzise Düngung und Kreislaufwirtschaft, lässt sich Umweltschutz mit Wirtschaftlichkeit verbinden.
- Durch intensiven, produktiven Anbau auf geeigneten Spitzenstandorten können zusätzliche Flächen für Natur- und Artenschutz geschaffen und gleichzeitig Emissionen reduziert werden.
- Eine nachhaltig gesteigerte Pro-Kopf-Produktion in Kombination mit neuen Technologien wird als Weg gesehen, Umweltschutz und Effizienz zusammenzubringen.
- Ökologische und ökonomische Ziele sollten durch gezielte, regionale Maßnahmen, technologische Innovationen und einen partnerschaftlichen Ansatz aller Beteiligten miteinander in Einklang gebracht werden.
Maßnahmen für mehr Wertschätzung der Landwirte und ihrer Arbeit
- Die systemrelevanten Leistungen der Landwirte besser kommunizieren, deutlich machen, dass Landwirtschaft für Ernährung und Energieversorgung unverzichtbar ist
- Landwirtschaft und ihre gesellschaftlichen Beiträge durch Öffentlichkeitsarbeit von Landwirten, Verbänden und Politik sichtbarer machen
- Die Politik auf die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft hinweisen.
- Abbau von Bürokratie und verlässliche, planbare politische Rahmenbedingungen als Ausdruck von Anerkennung und Wertschätzung.
Erhöhung des Einflusses der Landwirte auf Politik und Markt
- Durch aktive Mitgestaltung, Lobbyarbeit, Eigeninitiative und eigene Verhandlungen zu Preisen und politischen Themen Einfluss nehmen.
- Die Gesellschaft von der Bedeutung der Landwirtschaft überzeugen und sich aktiv an politischer Gestaltung beteiligen.
- Mit Innovation, Kooperationsbereitschaft und klarer Positionierung in der Öffentlichkeit den politischen Einfluss stärken.
- Über Druck, Öffentlichkeitsarbeit und praktische Zusammenarbeit auf die Politik einwirken, um passende Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu sichern.
Ausklang des Blunk Insidertages 2026
Mit herzlichem Dank und bunten Präsentkörben bedankte sich Jochen Blunk bei den engagierten Akteuren der Podiumsdiskussion für die interessanten Einsichten und lud die Zuhörer zum Austausch ein.
Dieser Einladung folgten viele Besucher gern – Beiträge und Podiumsdiskussion lieferten offensichtlich reichlich Gesprächsstoff für die sich anschließenden, intensiven Gespräche bei lecker Currywurst und Pommes.
Wir bedanken uns für die rege Teilnahme an unserem Insidertag 2026!
Familie Blunk und das Blunk-Team



























